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Franz Schuberts Liederzyklen „Winterreise“ und „Die schöne Müllerin“ genießen große Berühmtheit und sind in vielen Konzertprogrammen zu hören. Neben seinen fertiggestellten Liedern hat Schubert aber auch zahlreiche unvollendete Lieder hinterlassen: faszinierende Stücke, die plötzlich abbrechen oder denen ganz der Text fehlt. Bei György Kurtágs „Kafka-Fragmenten“ für Geige und Sopran ist das Unfertige, Bruchstückhafte dagegen Programm. Wie vorüber wehende Sprachfetzen, scheinbar ohne Zusammenhang, lassen die Vertonungen von Briefpassagen oder Tagebucheinträgen Kafkas im Bruchteil einer Sekunde eine ganze Welt entstehen – oder auch nur ein Gefühl. Offenheit der Form, Vielschichtigkeit biografischer und literarischer Ebenen und ein Anklang von Theatralität sind den Liedern beider Komponisten zu eigen, die das Trio uBu gemeinsam mit der Sängerin Marie Heeschen in „vollendet | unvollendet“ aufeinandertreffen lässt. Mit Schuberts Klaviertrio op. 100 steht in der zweiten Konzerthälfte dem Bruchstückhaften der Liedfragmente die großangelegte, fast ausufernde Form eines Kammermusikwerkes gegenüber, das kurz vor Schuberts Tod entstand. Hier war ein schwedisches Volkslied Inspiration und Ausgangspunkt für äußerst liedhafte Passagen des Stückes, das in seiner Stimmung eindringlich an Schuberts „Winterreise“ erinnert.

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